Geneigter Besucher,

Sie sind, auf welchen seltsamen Pfaden auch immer, auf die (vermutlich dauerhaft) sehr provisorische Homepage eines zur Zeit leider freischaffenden Philosophiehistorikers geraten.

Sie finden hier einen ziemlich ausführlichen Lebenslauf und ein aktuelles Publikationsverzeichnis (beides unter "Über mich"). Gelegentlich möchte ich hier auch Neues aus meinen gerade bearbeiteten Projekten berichten (und als Spielwiese habe ich die Unterseite Unprofessionelles angelegt, auf der es auch 'mal recht persönlich zugehen kann, aber immer so, dass auch die Fachbesucher dieser Seite gerne hineinschauen dürfen): Zur Zeit sind das hauptsächlich

  • die Endredaktion eines Supplementbandes zur Edition von Johann Heinrich Lamberts »Philosophischen Schriften« (hier arbeite ich mit Niels Bokhove zusammen), der unter anderem eine Neuedition von Lamberts Monatsbuch enthalten wird,
  • Studien zur Lexik von Alexander Gottlieb Baumgartens Metaphysica, die zu einer Art Alternativeinleitung zum lemmatisierten Index dieses Buches heranreifen sollen (ein erstes Produkt war mein Vortrag auf der ITUG 23, s. unten unter »Aktuell … im zweiten Halbjahr 2016«), und, eng damit zusammenhängend,
  • die Gewinnung eines digitalen Textes der ersten Auflage der Metaphysica (Halle 1739) in verschiedenen Varianten und Aufbereitungen, die ich hier bald als Versuch einer Art Reintext-Edition zur Verfügung stellen werde (s. dazu unten unter »Aktuell … im Mai 2017«) .
Vor allem um selbst von den (Vorab-)Veröffentlichungen von Kollegen auf der ganzen Welt zu profitieren und weniger, um eigene Texte zu publizieren, habe ich auch ein (schmales) Profil auf academia.edu. Bislang habe ich dort nur eine etwas erweiterte Fassung der Bibliographie zu Alexander Gottlieb Baumgartens Metaphysica (seit 2009), wie sie in dem erwähnten Index-Band erscheinen wird, online gestellt. Sie beruht auf Vorarbeiten von Sebastian Lücke und Lothar Kreimendahl, auch meine Co-Autoren Michael Oberhausen und Claus A. Andersen (der auch auf academia.edu vertreten ist) haben dazu beigetragen. Die Angaben ergänzen das Verzeichnis der Sekundärliteratur, das der Gawlick / Kreimendahl-Edition der Metaphysica (S.LXXXVIf.) beigegeben war. Ich werde mich bemühen, diese Bibliographie laufend zu ergänzen.

Leider ist Dagmar Mirbachs Seite zu Alexander Gottlieb Baumgarten (sozusagen die Homepage hienieden des Verewigten) nicht mehr online; Mirbach hatte lange eine sehr gute Bibliographie zu allen Aspekten von Baumgartens Leben und Werk gepflegt, die, soweit ich sehe, im Netz noch nicht ersetzt ist. Courtney D. Fugate sammelt Literaturangaben  für die Baumgarten-Bibliographie auf philpapers.org, die z.Z. (Juli 2016) erst 48 Titel umfasst, aber bald wachsen wird. (Warum die Amerikaner den zweiten Vornamen Baumgartens neuerdings gerne weglassen, weiß der Himmel. Wenn gar kein Vorname angegeben ist, muss man auf die Möglichkeit der Verwechslung mit seinem – damals auch recht berühmten
älteren Bruder Siegmund Jakob, 1706-1757, achten, besonders in theologischen Kontexten).

Wenn Sie sich über die bereits erschienenen Bände der erwähnten Lambert-Ausgabe informieren möchten, so steht dazu noch eine Seite der ehemaligen Arbeitsstelle Lambert-Edition der Universität Mannheim zur Verfügung. Für den Benutzer dieser Ausgabe sind die dort unter dem Menüpunkt »Edition« zur Verfügung gestellten Corrigenda zu Bd. VIII (erschienen 2007) und Bd. IX (2008) interessant.

Ich trage mich mit dem Gedanken, überarbeitete (Post-Print-)Fassungen der Einleitungen zu den Bänden V, VIII und X unserer Lambert-Ausgabe auf academia.edu zugänglich zu machen, denn eine zweite Auflage wird es bei Olms kaum geben (Bd. V wurde schon verramscht und konnte als Schnäppchen für um die 10 Euro erstanden werden!). Die Korrekturen, die sich aus der Weiterarbeit ergeben haben (vor allem die inhaltlichen zur Einleitung in die Cosmologischen Briefe), müssen ja nicht ungenutzt auf meinem Rechner vergammeln – möchte mich vielleicht ein Leser dieser Zeilen explizit zu solcher Mühewaltung aufmuntern?


Aktuell (im Herbst 2017)

bin ich immer noch mit der Einleitung zur ›Monatsbuch‹-Edition beschäftigt, derzeit hauptsächlich mit der ›Gebrauchsanleitung‹, also der technischen Beschreibung der verschiedenen Teile;

korrigiere ich den mittlerweile (praktisch) vollständigen Rohtext der Erstauflage der Metaphysica (die erste Variante, der einigermaßen vorlagentreue Basistext, wird bald verwendbar sein);

halte ich an der Universität Mannheim ein Proseminar »Argumente für den Rationalismus. Leibniz’ Antwort auf Locke in den Neuen Abhandlungen über den menschlichen Verstand« ab, das wenige, aber engagierte Teilnehmer hat und mir großen Spaß macht.

im Mai 2017

… arbeite ich noch an der Einleitung zur ›Monatsbuch‹-Edition, die übrigen Teile sind inhaltlich und weitgehend auch redaktionell fertig.

… erstelle ich peu à peu einen digitalen, durchsuchbaren Text der ersten Auflage der Baumgartenschen Metaphysica von 1739. Auch die Variantenverzeichnisse (mit den Wortlautabweichungen der 2. und 3. Aufl. von der 4. bzw. dem Editionstext), die dem Indexband von 2016 (s. unter Dezember 2016) in Ergänzung der Gawlick/Kreimendahl-Edition von 2011 beigegeben sind, berücksichtigen die Erstausgabe wegen der schieren Quantität der Abweichungen von allen späteren Auflagen nicht. In text- und sprachgeschichtlicher Hinsicht wäre es aber nützlich, wenn man die Ausgabe von 1739 bequem und auch computergestützt mit den anderen vergleichen könnte … Ich habe das Open-source-Scanprogramm »tesseract« auf die Antiqua dieser Ausgabe trainiert und komme daher (sozusagen nach Feierabend) mit dem Scannen und korrigieren des Textes, der unangenehmerweise im Original bereits von Druckfehlern strotzt, leidlich voran.

… möchte ich den Besucher unbedingt auf eine sachlich gewichtige Neuerscheinung zu Baumgarten hinweisen:
Alexander Aichele: Wahrscheinliche Weltweisheit. Alexander Gottlieb Baumgartens Metaphysik des Erkennens und Handelns, Hamburg: Meiner 2017 – Nach allem, was ich bisher darüber gehört habe, verspricht das Buch, die deutsche Diskussion über Baumgarten auf ein neues Niveau zu heben.

im Dezember 2016

… ist bei Frommann-Holzboog endlich oberwähnter Index erschienen, an dem ich seit Ende 2008 (ursprünglich zusammen mit Hans-Werner Bartz) gearbeitet hatte:
C.A. Andersen, A. Emmel, G. Gawlick, L. Kreimendahl, M. Oberhausen, M. Trauth, Stellenindex und Konkordanz zu Alexander Gottlieb Baumgartens ›Metaphysica‹

3 Bände, CXX und 1121 Seiten – rechtzeitig zu Weihnachten, falls man einem lieben Kollegen ein luxuriöses Buchgeschenk machen möchte: Das Werk kostet 1098,00 Euro. (Eine knappe Beschreibung – in Stichworten – des Index und seiner Einleitung gebe ich in der Präsentation für die 23. ITUG-Tagung, s.u., auf Folie 8 und 9.)

… im zweiten Halbjahr 2016

  • Auf der 23. Jahrestagung der international tustep user group (ITUG) in Zürich (14. bis 16. September 2016, das Tagungsprogramm mit Links zu den meisten Präsentationen finden Sie hier) habe ich einen Kurzvortrag über »Die Lexik von Baumgartens Metaphysica im Licht der TUSTEP-gestützten Aufbereitung innerhalb des Kant-Index« gehalten. Meine (textlastige) Präsentation können Sie sich auch direkt hier als PDF-Datei herunterladen. Die Seiten sind recht voll, dennoch ist es nur eine Speisekarte für die ausführliche Version, die ich ebenfalls zum Download zur Verfügung stelle, u.a. damit die Zuhörer eine Fassung mit korrekten Belegen usw. nachlesen können. Ich gehe dort auch kritisch auf die Konzeption und Geschichte des Projekts ›Trierer Kant-Index‹ ein und ziehe eine Zwischenbilanz nach gut 20 erschienenen Bänden.
  • Bei diesem Zürichaufenthalt hat sich herausgestellt, dass die Zentralbibliothek in Zürich einen uns bisher unbekannten Brief Lamberts an Johannes Gessner (vom 17. November 1759) besitzt. Dieser Brief bringt zwar die Nummerierung unseres Briefverzeichnisses (s. unter ›Monatsbuch‹) durcheinander, zeigt aber auch, dass dort, wo die Nachlässe und Manuskripte von Lamberts Briefpartnern aufbewahrt werden, noch manche Entdeckung zu machen wäre. – Der ZB Zürich danke ich für die freundliche Unterstützung bei meinem Besuch am 15. September ganz herzlich!
  • Niels Bokhove hat entdeckt, dass der verschollen geglaubte Versteigerungskatalog von Lamberts Nachlass (das einzige hierzulande lokalisierbare Exemplar befand sich bis Kriegsende in der UB Breslau) in mindestens einem Exemplar in der Houghton Library (Sign. B 1648.510) der Harvard University erhalten und mittlerweile eingescannt ist: Verzeichniß der Bücher und Instrumente, welche der verstorbene Königl. Ober-Baurath und Professor Herr Heinrich Lambert hinterlassen hat, und die den Meistbiethenden sollen verkauft werden […] Das Verzeichniß wird von dem französischen Gerichtsdiener Maire ausgegeben. Berlin 1778. Gedruckt mit Winterschen Schriften.
    Die Autoren des ausführlichen englischen Wikipedia-Artikels zu Lamberts Photometria haben das Verzeichnis schon benutzt. Ich habe die angegebenen Titel in Kurzform (optische Zeichenerkennung erweist sich bei dem gemischt in Fraktur und Antiqua gesetzten Text mit Einträgen in mehreren Sprachen als ziemlich ineffektiv) erfasst; das Resultat in Gestalt einer UTF-8-kodierten, durchsuchbaren Textdatei (zur Benutzung in Kombination mit dem Scan) biete ich ohne Gewähr zum kollegialen Gebrauch an (hier gibt es eine SHA1-Prüfsumme dazu). Ich bitte die Benutzer, mir Korrekturen und ergänzende Informationen mitzuteilen!

    Wirft man von Lamberts Bücherkatalog aus einen vergleichenden Blick auf die Büchernachlässe von Baumgarten und Kant (letzterer in Arthur Wardas Aufbereitung), dann bekommt man einen ersten Eindruck, welche Titel für (protestantische) deutsche ›Weltweise‹ kurz nach der Mitte des 18. Jahrhunderts Standardwerke gewesen sein mögen; ich habe daher beginnend mit der Version 0.5.2 (14.8.16) bei einigen Einträgen Verweise auf dieselben Titel bei Warda hinzugefügt. Im Augenblick beschränken sich diese Querverweise auf Buchtitel, die mir aufgefallen sind, und sind daher unsystematisch und lückenhaft; ich hoffe aber, sie mit Hilfe einer alphabetische Erfassung der (relativ wenigen) Titel bei Warda systematisieren zu können. Dieses Bedürfnis nach einer durchsuchbaren Version des Wardaschen Katalogs ist übrigens durch eine von Elke König erstellte ›Datenbank‹, die die Einträge primär alphabetisch nach Verfassern ordnet (Teil 1: A-L, Teil 2: M-Z; über die Quelle und die Erstellungsgrundsätze informiert ausführlich die Eingangsseite), bereits befriedigt worden. König hatte in ihrem Forschungsvorhaben 1992 auch zahlreiche Titel ermittelt, die Kant nachweislich rezipiert hat; diese sind in die beiden online zugänglichen HTML-Dateien aber nicht eingegangen. Werner Stark hat die auch so sehr nützliche und gut aufbereitete ›elektronische Version von Wardas Immanuel Kants Bücher‹ 1999 (?) auf der Website »Immanuel Kant Information Online« veröffentlicht; ich habe sie erst kürzlich (im Februar 2017) entdeckt.


Lieber Besucher,

der Sie immer noch auf dieser Seite sind: ich würde mich freuen, wenn Sie gelegentlich wieder hier hereinschauen würden und so (hoffentlich) die Fortschritte im Auf- und Ausbau der Homepage begleiten.

Armin Emmel




»Auch eine Beschäftigung für einen erwachsenen Menschen, im 18. Jahrhundert wie im Müllkasten herumzufingern!«
Erich Kästner, Fabian